Bildungspolitik in Vaihingen

Bildungspolitik in Vaihingen

Am 18.07.2013 nahm Macit Karaahmetoğlu an einer weiteren Podiumsdiskussion teil. Der Jugendgemeinderat aus Vaihingen an der Enz hatte in den Löwensaal der Stadthalle geladen und beeindruckte durch ein dynamisches Moderatorenteam die Teilnehmer und Zuschauer.

Zu Beginn der Veranstaltung wurde das Thema Gemeinschaftsschule heiß diskutiert. Der SPD-Bundestagskandidat plädierte dafür, dass die Gemeinschaftsschule ganz besonders dazu geeignet ist, auf die individuellen Stärken und Schwächen der Schüler einzugehen. Hier werde vor allem das selbstständige Arbeiten gefördert. Kooperation statt Konfrontation und Frontalunterricht, so laute das Motto dieser Schulkonzeption. Die Gemeinschaftsschule ist auch schon aus wirtschaftlicher Vernunft eine sinnvolle Einrichtung, denn wir müssen heute noch stärker als früher dafür Sorge tragen, dass Fachkräfte aus dem eigenen Land ausgebildet werden; diese werden in Zukunft noch dringender gebraucht als heute.

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Beim Thema der Berufswahl hatte der Kandidat aus Ditzingen für die anwesenden Schülerinnen und Schüler einen wertvollen Tipp parat: Man brauche auf jeden Fall ein oder mehrere Praktika, um in die jeweiligen Berufe hineinschnuppern zu können und sich ein umfassendes Bild davon zu machen, ob dieser oder jener Beruf für einen geeignet ist. Schmunzelnd stellte er heraus: „Mein früheres kindliches Bild vom spannenden Anwaltsberuf im Sinne eines amerikanischen Verteidigers aus dem Fernsehprogramm hat sich leider nicht vollständig erfüllt.“

Oberbürgermeister Maisch, der in der ersten Reihe der Veranstaltung Platz nahm, stellte die Frage, ob der Bund mehr Kompetenzen in der Bildungspolitik bekommen solle. Macit Karaahmetoğlu bejahte dies: „Man sollte eine gewisse Vereinheitlichung haben, damit zum Beispiel der Schulwechsel innerhalb Deutschlands erleichtert wird. Außerdem müssen Leistungen vergleichbarer werden. Es ist nicht nachvollziehbar, dass das Abitur in Baden-Württemberg und Bayern schwieriger ist als in anderen Ländern. Im Bildungswesen sollte der Bund eine Kompetenz besitzen, innerhalb derer er den Ländern eine klarere Richtung vorgibt.“

Des Weiteren brachte der Bundestagskandidat die Vermögenssteuer ins Spiel: „Es ist so oft die Rede von Deutschland als Bildungsnation, aber im OECD-Vergleich hinken wir hinterher. Durch eine Vermögenssteuer für einen kleinen Prozentsatz der Bessergestellten hätten wir dafür spielend leicht mehr Mittel zur Verfügung.“

In seinem Abschlussplädoyer attestierte Macit Karaahmetoğlu: „Für die Schule der Zukunft wünsche ich mir, dass jene 20% der ›abgehängten‹ Jugendlichen aufgefangen werden und eine gerechtere Gesamtsituation geschaffen wird.“

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