Migranten tun Deutschland gut

Deutschland ist ein Einwanderungsland. Niemand weiß das besser als ich, schließlich bin ich schon als Elfjähriger aus der Türkei nach Deutschland gekommen. Danach wurde ich in die Hauptschule eingeschult. Dass ich im Anschluss die zweijährige Berufsfachschule absolvieren und das Abitur bestehen konnte, ist auch der Unterstützung durch meine Lehrer und Mitschüler zu verdanken. Schließlich gelang mir der Abschluss eines Jura-Studiums und der Aufbau einer Rechtsanwaltskanzlei in Ditzingen. Dem BAföG sei Dank!

 

Jeder sechste Unternehmer hat ausländische Wurzeln

Mein Geschichte ist nur ein Beispiel von vielen. Sie steht dafür, was Einwanderer in Deutschland erreichen, was sie bewegen können – wirtschaftlich, sozial, gesellschaftlich. Denn die Geschichte Deutschlands ist geprägt von seinen vielen Einwanderern. Angefangen von den italienischen Bauarbeitern, die im 19. Jahrhundert die Eisenbahn erbaut haben, über die vielen polnischen Zuwanderer, die im Ruhrgebiet geschuftet haben, bis zu den vielen heutigen Unternehmern mit Migrationshintergrund, die gutgehende Geschäfte führen. Nach einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung von 2014 haben 750.000 Selbstständige, also jeder sechste Unternehmer in Deutschland, ausländische Wurzeln. Und noch wichtiger: In ihren Firmen arbeiten 2,2 Millionen Menschen!

Migranten also tun Deutschland gut. Damit das so kommen kann, müssen beide Seiten ihre Aufgaben und Pflichten erfüllen, Einwanderer genauso wie die deutsche Gesellschaft. Das gilt nach der Ankunft von rund 800.000 geflüchteten Frauen und Männer 2015 mehr denn je.

 

Sprache ist der Schlüssel zur Integration

Die Einwanderer müssen erkennen, dass ihr künftiges Leben einzig und allein davon abhängt, wie gut sie die Sprache lernen und wie sie sich an das Arbeitsleben, an die deutsche Kultur, die Gleichberechtigung der Frauen und an die demokratischen Regeln gewöhnen. Dann kann Integration gelingen.

 

Vielfalt macht uns stark

Vielfalt stärkt die Gesellschaft, wie wir es zum Beispiel bei der Fußballnationalmannschaft sehen. Zuwanderung wiederum ist angesichts des demographischen Wandels eine Notwendigkeit. Stellen Sie sich mal den Kreis Ludwigsburg ohne die Zuwanderer vor: Auto- und Produktionswerkstätten, Ingenieurs- und Entwicklungsabteilungen oder Einzelhandel und Gastronomie sowie viele andere Bereiche unserer Gesellschaft würden zusammenbrechen. Um weiter erfolgreich zu bleiben, benötigen wir auch in Zukunft Zuwanderung. In den nächsten Jahren brauchen wir Insbesondere Zuwanderung von Facharbeitern in technischen Berufen, aber auch in der Pflege.

Wir müssen deshalb daran arbeiten, die Zuwanderung im Sinne unserer Gesellschaft zu gestalten.

 

Neues Gesetz soll Einwanderung regeln

Mit einem Einwanderungsgesetz wollen wir transparent und verständlich regeln, wer nach Deutschland einwandern darf. Diese Einwanderung qualifizierter Fachkräfte richtet sich nach den Interessen unseres Landes und soll den Zuzug steuern.

Wir möchten eine jährlich anzupassende Einwanderungsquote, die Deutschlands Fachkräftebedarf berücksichtigt und ein transparentes Punktesystem nach kanadischem Vorbild schafft.

 

Migranten besser beteiligen

Darüber hinaus müssen wir alles daransetzen, die Menschen mit ausländischen Wurzeln besser an unserer Demokratie zu beteiligen. Dazu gehört die Einführung des kommunalen Wahlrechts auch für Nicht-EU-Bürger und die  doppelte Staatsbürgerschaft, vor allem um Vertrauen zu schaffen. Denn wer Verantwortung für eine Gesellschaft tragen und ihr solidarisch verpflichtet sein soll, muss eben auch einbezogen sein und Verantwortung übernehmen können. Das ist meine feste Überzeugung. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass die gesellschaftliche Realität in unserem Land sich auch in der Staatsgewalt widerspiegelt. Wir brauchen deutlich mehr Staatsanwälte, Richter, Polizeibeamte und Verwaltungsangestellte mit Migrationshintergrund, um Vorbilder zu schaffen – aber auch um aufzuzeigen, dass wir alle gemeinsam für unser Land und unsere Gesellschaft verantwortlich sind.

Für diese Vorhaben als Voraussetzung einer besseren Integration steht die SPD, stehe ich.