Macit zum Thema Inklusion – Podiumsdiskussion in Ludwigsburg

Macit zum Thema Inklusion – Podiumsdiskussion in Ludwigsburg

Am 28.08.2013 war Bundestagskandidat Macit Karaahmetoğlu zur Podiumsdiskussion „Arbeit & Wohnen – Inklusion ist Menschenwürde!“ im Staatsarchiv Ludwigsburg eingeladen. Antonio Florio, der Vorsitzende des Vereins Selbstbestimmt Leben im Landkreis Ludwigsburg e.V. begrüßte die Gäste herzlich. Danach führte Prof. Jo Jerg von der Evangelischen  Hochschule Ludwigsburg mit einem halbstündigen Impulsreferat über Themen Art 27 UN-BRK Arbeit und Art. 19 UN-BRK Wohnen in die Materie ein. Jutta Pagel-Steidl, hauptamtliche Geschäftsführerin des Landesverbandes für Menschen mit Körper- und  Mehrfachbehinderung übernahm die Moderation eines sehr interessanten Abends.IMG_0753

Macit Karaahmetoğlu äußerte sich zunächst zum Thema soziale Inklusion und Arbeit: „Es müssen starke Anreize für Arbeitgeber geschaffen werden, um Menschen mit Handicaps in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Diese Menschen sind ein Spiegel der Gesellschaft, und ein solches Bild soll sich auch in Zukunft auf dem Arbeitsmarkt widerspiegeln. Wir wollen, dass Normalität in Vielfalt besteht. Ich halte es beispielsweise für einen großen Fehler, dass sich Betriebe aus einer Quotierung der Anstellung von Menschen mit Handicaps freikaufen können.“ Er forderte starke Einschränkungen der Ausgleichsabgaben von Betrieben. Für sein flammendes Plädoyer wider die Anti-Quotierungs-Haltung des anwesenden Podiumsgastes Christian Mayer (FDP) wurde er lautstark von mehreren anwesenden Gästen unterstützt.

„Inklusion muss auch im Bildungssektor stattfinden, denn hier beginnt ein jeder Weg ins Berufsleben“, so der Bundestagskandidat. Bei einem Besuch der Möglinger Gemeinschaftsschule habe er hautnah erfahren, wie gut die Chance auf individuelle Förderung in einem solchen Schulkonzept durchgesetzt werden kann. Die besondere Betreuung eines Schülers mit Handicap werde dort zielgerichtet ausgeführt.IMG_0762

Im Bereich des selbstbestimmten Wohnens soll nach Art. 19 der UN-Konvention im sozialen Wohnungsbau eine feste Quote realisiert werden. Zuschüsse für barrierefreies Wohnen müssten erhöht werden. Als dritten Punkt nannte Karaahmetoğlu die Betreuungsmöglichkeiten, hier seien die Kommunen finanziell überlastet, der Bund solle hier in Zukunft eine stärkere Rolle spielen.

Abschließend betonte Karaahmetoğlu, dass die SPD für Soziale Gerechtigkeit stehe, insbesondere für Menschen, die es schwer im Leben haben. Es müsse ein faires Miteinander ermöglicht werden und mehr soziale Gerechtigkeit auch für Menschen mit Behinderung durchgesetzt werden. „Wir müssen gleiche Chancen für alle anstreben. Es ist die Aufgabe des Rechtsstaates, systematischen Chancenungleichheiten entgegenzuwirken, also gerade auch in den Lebensbereichen von Menschen mit Handicaps“, so der Bundestagskandidat.IMG_0756